Rentamt - kasendorf.net

Markgräfliches Rentamt

 



 

Rentamt ist der Begriff, der seit dem späten Mittelalter für die Behörde der landesherrlichen oder kirchlichen Finanzverwaltung unter der Führung eines Rentmeisters steht. Später bezeichnete „Rentamt“ eine Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen.

In Bayern, wo der Begriff besonders lange verwendet wurde, gingen die Rentämter als Finanzbehörden aus den früheren Kastenämtern hervor, die ursprünglich zur Verwaltung des landesherrlichen Kammergutes, besonders des Zehntgetreides, später aber auch der von Geldabgaben dienten. Sie wurden seit 1802 von jeweils einem Rentbeamten (später: Rentamtmann) geleitet. Die Behörden wurden 1919 wie im restlichen Deutschland üblich in Finanzämter umbenannt.

Das ehemalige markgräfliche Rentamt in Kasendorf gegenüber der Kirche lässt noch heute durch seine stattliche Bauweise dessen ehemalige Bedeutung erkennen. Der zweigeschossige Sandsteinbau wird durch Kranz- bzw. Gurtgesimse gegliedert, die Fensterrahmungen sind geohrt und mit Quastendekor sowie im Obergeschoss mit ovalen Inschriftkartuschen versehen ("Befiel dem Herren..."). Die barock verschnörkelten Initialen in der mit 1730 bezeichneten Monogrammtafel über der Toreinfahrt weisen auf den vorletzten Bayreuther Markgrafen, Georg Friedrich Karl, hin.

 

 



 

Über den Fenster des Obergeschosses ist folgendes zu lesen

 

Befiel dem Herrn - deine Wege -

und hoffe - auft Ihm - Er wirds - wohl machen.